Wandgemälde für die Eingangshalle und den Musiksaal der Grundschule Gebelestraße in München 2008
An der fast elf Meter langen Seitenwand des Musikzimmers hat Dorothee Golz auf einem wolkig blau lasierten Hintergrund insgesamt acht Tanzende Stühle dargestellt. Verbogen wie sich im Tanz wiegende Körper gleiten die Stühle in die Himmelslandschaft hinein, in den Realraum durch die pastose Farbgebung optisch erweitert. Als wären sie durch das Musizieren der Kinder angeregt, werden diese toten Alltagsgegenstände zum Leben erweckt.
Dieses Motiv des Traumes, der vorgestellten Realität, findet sich auch bei der anderen Wandmalerei im Nebentreppenhaus zum Innenhof: Wir erleben eine ebenso skurrile Situation wie im Musikzimmer, hat doch ein Astronaut hier seine Raumkapsel verlassen, um mit einem kleinen Hund im schwerelosen Weltall Gassi zu gehen. Die Grenze zwischen Realität und Virtualität, zwischen erlebter und vorgestellter Wirklichkeit, wird auch dadurch verwischt, dass in Augenhöhe des Betrachters das zur Hälfte plastisch gefasst Hündchen dem gemalten Bild zu entwischen scheint, um mitsamt seiner Kapsel dem vor ihm stehenden Kind in die Arme zu fallen, denn – so Dorothee Golz „es soll bewusst werden, dass es eine Welt des Denkens gibt, eine gedachte Welt, die neben der realen, der greifbaren existiert. Parallel zu dem, was wir sehen, was um uns herum da ist, gibt es eine innere Auffassung dessen, was wir erleben.“